Deutschland hat keine spezifischen gesetzlichen Regulierungen für Hinweisgeber. Zurzeit wenden sich viele Whistleblower an die Betriebsräte, wenn interne Meldungen unbearbeitet bleiben; Meldungen an die Medien können strafbar sein.

Verschiedene Skandale in den vergangenen Jahren, wie die ausufernde Korruptionsaffäre beim Technologiekonzern Siemens oder die Manipulation von Emissionswerten beim Autohersteller Volkswagen, illustrieren den nachteiligen Einfluss fehlender Gesetzgebung zum Hinweisgeberschutz – nicht nur für Whistleblower, sondern auch für die betroffenen Unternehmen, die mindestens einen Prestigeverlust, wenn nicht finanzielle Einbrüche zu erwarten haben.

Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken und mehr Effizienz, Produktivität und Glaubhaftigkeit zu garantieren, entscheiden sich immer mehr deutsche Unternehmen, interne Hinweisgebersysteme zu etablieren.

Jedoch könnte bald ein neuer Wind wehen: Während ihrer Frühjahrskonferenz zu Beginn dieses Monats einigten sich die Justizminister der Bundesländer darauf, Whistleblowerschutz auf die erneut Agenda zu nehmen. „Wir müssen endlich eine umfassende rechtliche Regelung anstreben, die ehrliche Hinweisgeber schützt“, erklärte die Grüne Justizministerin von Niedersachsen, Antje Niewisch-Lennartz.

Ein umfassendes Gesetz auf Bundesebene würde mit hoher Wahrscheinlichkeit Auflagen umfassen, die Firmen zur Einführung interner Hinweisgebersysteme verpflichten würden.

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